Weihnachten und Silvester

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Silvester am Strand New years eve on the beach

Als wir von unserer Reise im Norden zurück kamen um Weihnachten in unseren Gastfamilien zu verbringen, merkten wir, dass keiner von uns in weihnachtlicher Stimmung war. Es gab kein ‚jiggle bells‘ oder ‚Santa Claus is comming to town‘. In Ghana wird keine Vorweihnachtliche Stimmung verbreitet und Dekorationen gibt es auch kaum welche. Wie wir später erfuhren sagt man sich hier allerdings bis silvester ‚merry christmas‘. Weihnachten selbst wird am 25. gefeiert. In meiner Gastfamilie mit viel kleinkindlichem Besuch, der mich in Schach gehalten hat, und Freunden. Das Haus war also voll. Das war allerdings das Einzige was die Weihnachtstage von normalen Tagen unterschieden hat. Es wurde nichts anderes getan als jeden Sonntag. Fufu als Mittagessen und wie meine Gastfamilie es jeden Tag macht gingen wir in die Kirche. Es war ein ganz normaler Gottesdienst mit einem ganz normalen Thema. Es wurde nicht mal angesprochen, dass Weihnachten ist. Nein, die Weihnachtsstimmung wollte sich einfach nicht einstellen. Und als wir dann noch erfuhren, dass man in Ghana Weihnachten eigentlich abends in einen Spot feiern geht und Silvester in die Kirche, war die sehnsucht nach der heimlichen Geborgenheit dann vollkommen ausgebrochen. Am Abend des 25. Dezembers ging ich also dann mit einer Freundin in einen nahegelegenen Spot. Dort schwangen wir das Tanzbein ein wenig aber als es dann dazu kam, dass das NPP Lied gespielt wurde und die Meute in johlendes Geschrei ausbrach und ihre Schweistücher schwangen nahmen wir uns ein wenig aus dem Verkehr um nicht in politische Debatten zu geraten. Am nächsten Tag, das Selbe. Die Besucher blieben über Nacht und ich spielte am nächsten Tag mit dem zwei Jährigen Mädchen bis sie in meinen Armen einschlief. Später wurde ich von der gleichen Freundin und ihrer Gastfamilie auf eine Party mitgenommen. Sie war in einem großen Haus mit einem ummauerten Grundstück. Das Haus selbst hatte eine Aircondition und war auf angenehme 16 Grad Celsius herunter gekühlt. Der Besitzer und Veranstalter der Party erklärte uns, dass er eigentlich in Accra wohne und bloß jedes zweite Wochenende herkam um eine Party zu veranstalten. Für uns war dies alles luxuriös. Auch hier tanzten wir viel und lernten den sogenannten ‚Freestyle‘ wie man ihn auf die meisten ghanaischen Lieder tanzen kann. Am nächsten Tag ging es bereits nach Cape Coast um dort Silvester zu verbringen. Den Dorm den wir als Freiwillige gemietet hatten, ist auf 16 Personen ausgelegt und wir wollten ihn uns zu 22. teilen. Das konnte spaßig werden. Zum Glück haben einige von uns gute Beziehungen zu dem deutsch- türkischen Besitzer und wir bekamen extra Matratzen hinein gelegt. In diesen Tagen haben wir zwei wunderbare neue Freunde kennengelernt: Henni und Noemi. Wir verbrachten viele schöne Stunden beim Karten spielen quatschen und lachen. An Silvester gab es ein großes Buffett was sich allerdings nicht alle von uns gegönnt haben. Wir aßen zu 30. an einem Tisch und eine kleine Gruppe spielte Karten bis die Akrobaten ihre Show begannen. Einen Tag zuvor haben Anni und ich beim ausschlürfen einer frisch vom Baum geholten Kokosnuss eine Dänin kennengelernt dessen Freund in eben dieser Akrobatentruppe auftrat. Wir kamen natürlich nicht drumherum auf die Bühne geholt zu werden und tanzen zu müssen. Ein schrecklich peinliches Erlebnis. Danach gingen wir auf die Tanzfläche tanzen und den Countdown verbrachten wir am Strand unter dem Sternenzelt und einem gemütlichen Feuer. Nach Null Uhr ging die Party richtig los. Die Schaumkanone wurde angeschmissen und viele Freiwillige schmissen sich ins Vergnügen. Ich für meinen Teil wurde ziemlich gefoltert von den Jungs die mich ständig mitten in die Schaumkanone schmissen. Aber es hat Spaß gemacht. Auch die ghanaischen Kinder, alle männlich, hatten viel Spaß im Schaum. Vor allem an den weißen Mädchen… Es kam öfter vor, dass einer der Freiwilligen ein Mädchen in den Arm nehmen musste und sagte ‚Ahhh my wife‘ damit die Kinder zwischen 12 und 14 aufhörten uns von hinten anzufassen. Irgendwann wurde es zu viel und die meisten von uns verließen den Schaum. Wir spielten noch ein paar Runden Werwolf und plötzlich war es halb 6 morgens. Einige gingen schlafen andere blieben wach und am nächsten Nachmittag mussten wir uns von unseren neu gewonnenen Freundinnen verabschieden. Es fiel uns allen sehr schwer aber unsere Gruppe wollte weiter fahren nach Busua um dort surfen zu gehen. Also fiel der Witz, wir würden dann erwarten, dass Noemi und Henni morgen vor der Tür unseres Hotels in Busua stehen und man hat ihnen angesehen, dass sie darüber nachgedacht haben…

Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

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